Ventile bei Lungenemphysem auch nach einem Jahr wirksam

Ist eine Lungenvolumenreduktion mit Endobronchialventilen bei Menschen mit schwerem Lungenemphysem auch nach zwölf Monaten noch effektiv? Und wie oft treten in der Zeit nach der Ventilimplantation Komplikationen auf? Diesen Fragen sind Forscherinnen und Forscher aus den Niederlanden nachgegangen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten Sie in der Fachzeitschrift ‚Respiration‘.

Einige Menschen mit fortgeschrittenem Lungenemphysem können von einer bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion (LVR) mit Ventilen profitieren. Studien haben bereits gezeigt, dass diese Therapie die Lungenfunktion, die körperliche Leistungsfähigkeit und auch die Lebensqualität signifikant verbessern kann. Bisher gibt es jedoch nur wenige Daten zu den langfristigen Effekten der LVR. Niederländische Forscherinnen und Forscher gingen deshalb den Fragen nach, ob die Implantation von Endobronchialventilen auch nach zwölf Monaten noch effektiv ist, und wie häufig in diesem Zeitraum Komplikationen auftreten.

In die Studie flossen die Daten von Betroffenen ein, die zuvor an der STELVIO-Studie teilgenommen hatten. Im Rahmen dieser Studie wurden den Teilnehmern Endobronchialventile eingesetzt. Nach Abschluss konnten sich auch die Teilnehmer der Kontrollgruppe die Ventile einsetzen lassen. Für die aktuelle Analyse wurden beide Gruppen nach zwölf Monaten zu einem freiwilligen Follow-up eingeladen. Somit finden sich in der Studie sowohl Daten für sechs als auch für zwölf Monate nach LVR.

Bessere Lungenfunktion, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität

Von insgesamt 64 Personen, die Ventile eingesetzt bekamen, konnten nach zwölf Monaten 40 beurteilt werden. Die Autoren stellten fest, dass es in allen Bereichen zu signifikanten Verbesserungen gekommen war, verglichen mit den Werten vor Beginn der Behandlung. Die Einsekundenkapazität FEV1 hatte sich im Mittel um 17 Prozent verbessert und das Residualvolumen, also die Luftmenge, die nach maximalem Ausatmen noch in der Lunge verbleibt, ging im Durchschnitt um 687 Milliliter zurück. Im Sechs-Minuten-Gehtest schafften die Probanden durchschnittlich 61 Meter mehr als vor der Lungenvolumenreduktion. Die Lebensqualität stieg an. Dies konnte mithilfe des Saint-George Respiratory Questionnaires ermittelt werden. Dieser Fragebogen, dient der Abschätzung, wie sehr eine chronische Erkrankung der Atemwege die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigt.

Pneumothorax ist häufigste Komplikation

Als häufigste Komplikation nach Einsatz der Ventile in die Lunge trat ein Pneumothorax auf (22 Prozent der mit Ventilen behandelten Probanden). Diese Komplikation beschränkte sich jedoch auf die ersten sechs Monate nach der LVR. Im Zeitraum zwischen sechs und zwölf Monaten nach der Lungenvolumenreduktion kam es zu keinem Pneumothorax mehr. Bei 17 Prozent der Teilnehmer mussten die Ventile innerhalb der zwölf Monate neu platziert werden und bei 22 Prozent wurden sie ganz entfernt.

Das Fazit der Autoren: Eine Lungenvolumenreduktion mit Endobronchialventilen könne auch nach zwölf Monaten signifikante positive Effekte haben. Manchmal könne es jedoch nötig sein, die Ventile neu zu platzieren. In jedem Fall sprächen die Ergebnisse des Follow-ups aber weiter dafür, diese Art der Lungenvolumenreduktion, als eine mögliche Therapieoption für sorgsam ausgewählte Menschen mit schwerem Lungenemphysem zu berücksichtigen.     

Quelle; www.lungeninformationsdienst.de

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