Sekretmanagement bezogen auf Non- COPD- Patienten

– Indikationen und Grenzen der Bronchoskopie-

Der Begriff Sekretmanagement beinhaltet zweierlei: einerseits patientenbezogene physiologische und pathophysiologische Begebenheiten – anderseits eine Vielzahl von Techniken. Beide Aspekte müssen ineinandergreifen. Welche der Techniken tatsächlich wirksam und effektiv sind, wird aufgrund der geringen Datenlage und inhomogener Studien noch immer kontrovers diskutiert.

Sicher ist allerdings, dass die Sekretretention für viele Komplikationen verantwortlich ist. Durch die Verlegung der Atemwege kommt es zur Atelektasenbildung. Es treten Gasaustauschstörungen auf, die Atemarbeit wird erhöht und es kommt zur Dyspnoe. Bei beatmeten Patienten folgen nicht selten eine Verzögerung der Beatmungsentwöhnung oder gar ein Weaningversagen .

Neben einer optimalen Beatmungseinstellung, der Atemgaskonditionierung und der medikamentösen Therapie kann sich auch die physiotherapeutische Atemtherapie/Atmungstherapie im Prozess des Sekretmanagements in der Beatmungsmedizin gezielt einbringen. Aufgrund der bestehenden Leitlinien hat sich, nicht nur durch das

Thema Frühmobilisation, der Stellenwert der Physiotherapie rapide geändert. Viele der vorhandenen atemtherapeutischen Maßnahmen werden im stationären und ambulanten Alltag bereits seit Jahrzehnten umgesetzt und wir erleben sozusagen eine Renaissance dieser in der Beatmungsmedizin. Durch das

Fehlen von randomisierten und kontrollierten Studien werden die Behandlungsmethoden jedoch weiterhin kritisch bewertet. In Deutschland werden vereinzelt auch Techniken wie zum Beispiel die Reflektorische Atemtherapie bei intensivpflichtigen, beatmeten Patienten angewandt. Diese Methode ist hierzulande weitestgehend unbekannt und international nahezu nicht existent. Für Reflektorische Atemtherapie als

atemtherapeutische Maßnahme gibt es keinerlei Evidenz. Nicht einmal Experten sind sich in ihrem Stellenwert einig. Die Methoden zum Sekretmanagement sollen wie in allen anderen Bereichen der Intensivmedizin sorgsam ausgewählt und an die individuellen Bedürfnisse der Patienten angepasst werden.

Physiologische und pathophysiologische Zusammenhänge müssen verstanden werden, um daraus therapeutische Schlüsse zu ziehen

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