Schwache Lungen brauchen gutes Training

Der Ostbayerische Lungentag klärt in Regensburg über unterschätze Krankheiten auf und bietet nützliche Hilfe.
Von Daniel Pfeifer, MZ

Regensburg.Atmen – lebenswichtig und doch denken wir kaum jemals darüber nach. Warum auch? Wir tun es ja ganz automatisch. Früher oder später müssen sich jedoch viele Menschen mit dieser scheinbar gewöhnlichen Beschäftigung auseinandersetzen. Denn fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden in ihrem Leben an einer Lungenerkrankung, sagt Prof. Dr. med. Michael Pfeifer. Der Chefarzt der Klinik Donaustauf und Experte auf dem Feld ist medizinischer Leiter des 1. Ostbayerischen Lungentags, der am 27. Mai auf dem Haidplatz in Regensburg stattfindet.

Der Aktionstag wird organisiert von den Selbsthilfegruppen Ostbayerns und bietet mit Fachvorträgen renommierter Ärzte und interaktiven Ständen rund um Sauerstoff, Lungensport und Krankheitstherapie umfassende medizinisch fachliche und selbsthilfebezogene Informationen.

Eigenes Lungenvolumen messen

Im Rahmenprogramm wird es neben Kinderunterhaltung und Live-Musik das „AllergieMobil“ des Deutschen Allergie- und Asthmabundes DAAB geben, an dem man das eigene Lungenvolumen messen lassen kann. Lungenerkrankungen, erzählt Rosemarie Hümmer, zuständig für das Fachgebiet Lungensport, werden oft kaum beachtet, obwohl so viele Menschen an ihnen leiden. Den meisten Betroffenen sehe man es nicht an und vielen sei der Gang zu einer Selbsthilfegruppe mit Scham verbunden. Dabei, so erzählt sie, sei es das absolut Schlechteste, mit einer Lungenbeeinträchtigung auf der Couch zu versauern. Denn auch für sie selbst war früher das Treppensteigen in ihre Wohnung aus Atemnot eine so große Hürde, dass sie sich zweimal überlegte, überhaupt vor die Tür zu gehen. Das mache einsam. In ihrem Verein Donauschnaufer e.V. wird Lungensport gefördert – das kann schon ein einfacher Spaziergang sein, eine Atemtherapie, die richtige Belastung der Lunge oder vieles anderes.

Sorge für den Körper tragen

Es sei bei einer so einschränkenden Erkrankung wichtig, weiter Teil der Gesellschaft zu bleiben und den Körper nicht aufzugeben. Auch Hans Götzfried ist Teil des ehrenamtlichen Organisationsteams für den Lungentag am 27. Mai. Seine Frau leidet seit einem Jahrzehnt an einer Lungenerkrankung. „Wir wären früher sehr dankbar gewesen für solche Hilfe“, sagt er. „Mit der Diagnose stürzen auf einmal Tausende Probleme auf einen ein, da ist es gut, nicht allein zu sein.“ Dass es wichtig sei, eine Atemwegsbeeinträchtigung nicht einfach zu ignorieren, betont auch Dr. Michael Pfeifer. Besonders wenn es in der Familie schon Fälle gegeben hat oder man lange Zeit im Umfeld von Asbest oder einem Fotolabor gearbeitet hat. Auch Raucher haben ein deutlich höheres Risiko. Bereits bei einem Husten, der länger als 3 Wochen dauere, allgemeiner Angeschlagenheit oder Luftproblemen beim Sport sollte man schleunigst zum Hausarzt gehen.

Da viele Betroffene die Krankheiten erst im höheren Alter entwickeln, müsse man damit rechnen, dass die Zahl der Betroffenen in Zukunft weiter steigen werde.

Quelle: http://www.mittelbayerische.de

Zurück