Medikamente zur Raucherentwöhnung auch für COPD-Patienten geeignet

Medikamente mit den Wirkstoffen Bupropion und Vareniclin, die Menschen dabei helfen sollen mit dem Rauchen aufzuhören und rauchfrei zu leben, sind auch für Raucherinnen und Raucher mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD geeignet. Das zeigt eine aktuelle Studie, die in der Fachzeitschrift ‚Thorax‘ veröffentlicht wurde.

Raucher können ihre Nikotinabhängigkeit mit verschiedenen Methoden bekämpfen. Nach einem Rauchstopp leiden angehende Nichtraucher vor allem unter den Entzugserscheinungen. Eine sogenannte Nikotinersatztherapie (mit Hilfsmitteln wie Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummi) kann helfen, die Entzug-Symptome zu lindern. In Deutschland sind außerdem zwei Wirkstoffe, Bupropion und Vareniclin, zugelassen, die die Entzugserscheinungen bei der Tabakentwöhnung mindern und so das Aufhören erleichtern sollen. Bisherige Studien berichteten jedoch von möglichen schweren Nebenwirkungen dieser beiden Medikamente wie zum Beispiel Depressionen, Herzinfarkt oder Selbstmordgedanken. Auch deshalb bekamen Menschen mit der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD die Wirkstoffe bisher nur in Ausnahmefällen verordnet. 

Nikotinpflaster, Nikotinkaugummi oder Medikamente zur Raucherentwöhnung?

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Düsseldorf und Edinburgh haben in einer aktuellen Studie untersucht, ob Bupropion und Vareniclin bei Menschen mit COPD tatsächlich zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen oder psychische Erkrankungen führen, verglichen mit einer Nikotinersatztherapie. In ihre Studie schlossen sie die Daten von insgesamt 14350 Menschen mit COPD ein. Die Probanden waren außerdem alle älter als 35 Jahre. 10426 Teilnehmer erhielten eine Nikotinersatztherapie, 350 Personen nahmen Bupropion und 3574 Probanden Vareniclin ein.

Über sechs Monate nach Therapiebeginn werteten die Wissenschaftler die Daten der Probanden aus. Ihr Ergebnis: Weder für Bupropion noch für Vareniclin konnten sie ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen oder psychische Erkrankungen nachweisen, verglichen mit der Nikotinersatztherapie. Mit der Einnahme von Vareniclin war das Risiko für einige Nebenwirkungen wie zum Beispiel Herzversagen und Depression sogar signifikant kleiner.

Aufgrund der relativ kleinen Testgruppe müssen die Ergebnisse für Bupropion vorsichtig interpretiert werden, so die Wissenschaftler. Vareniclin sei jedoch ein hocheffektiver Wirkstoff zur Tabakentwöhnung, und die Autoren sind zuversichtlich, dass das Medikament aufgrund der neuen Ergebnisse auch bald Menschen mit COPD zur Verfügung gestellt werden kann.

COPD und Rauchen

COPD ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Atemwege dauerhaft verengt sind. 80 bis 90 Prozent aller Menschen mit COPD sind Raucher oder haben in der Vergangenheit geraucht. Auch Passivraucher können von der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung betroffen sein. Damit zählt das Rauchen zu den Hauptrisikofaktoren für COPD. Ohne Behandlung schreitet die Lungenerkrankung immer weiter fort. Zudem beschleunigt regelmäßiger Tabakkonsum den normalen altersgemäßen Abbau der Lungenfunktion. Die Raucherentwöhnung ist deshalb nach wie vor die wichtigste Behandlung einer COPD.

Quelle:www.lungeninformationsdienst.de

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