Hitzestress bei Asthma und COPD – Was tun gegen Atemnot?

Hitzestress bei Asthma und COPD – Was tun gegen Atemnot?

Sommerliche Hitzewellen können Atembeschwerden verstärken und den Verlauf von Lungenerkrankungen verschlechtern.

 

An heißen Tagen mit Höchstwerten über 25°C steigt die Zahl an Notaufnahmen in deutschen Kliniken sprunghaft an. Mehr noch als Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind dafür chronische Lungenerkrankungen wie Asthma bronchiale und COPD verantwortlich. Wie kommt es dazu?

Besonders die sich anstauende Hitze in Großstädten kann für lungenschädigte Menschen zum Problem werden. Wenn Abgase, hohe Luftfeuchtigkeit und Hitze zusammenkommen, führt dieser „urbane Hitzestress“ schnell zu vermehrten Atembeschwerden bis hin zu ausgeprägter Atemnot.

Die Ursache: Hitzewellen stellen für die Patienten eine zusätzliche körperliche Belastung dar. Temperaturen ab 25°C erschweren das Atmen und erhöhen das Risiko für Atemnot und Krankheitsschübe. An heißen Sommertagen kommt es deshalb wie sonst nur an sehr kalten Wintertagen zu vermehrten Exazerbationen und Notaufnahmen.

So schützen Sie sich an heißen Tagen gegen die Hitze

Für die Betroffenen ist es vor diesem Hintergrund ratsam, sich schon im Vorhinein mit bestimmten Fragen auseinanderzusetzen:

1. Wie verhalte ich mich an heißen Tagen?

Um Atemnot bei Hitze vorzubeugen, lassen sich ganz allgemein einige Verhaltenstipps formulieren. Wie Sie für Abkühlung sorgen können und sich ernähren sollten, erfahren Sie im Beitrag „Die heißen Tage kommen: 5 Tipps für Lungenpatienten“.

2. Wie kann ich die klimatischen Bedingungen in meiner Wohnung optimieren?

Lüften Sie möglichst dann, wenn die Außentemperaturen noch nicht so hoch sind, also in der Nacht, am frühen Morgen oder am späten Abend. Tagsüber sollten Sie die Fenster geschlossen halten und die Wohnung abdunkeln.

Eine Forschungsgruppe der Charité Berlin hat gezeigt, dass sich eine Raumtemperatur von konstanten 23°C positiv auf den Zustand von COPD-Patienten auswirkt. Für Wohnungen, die sich im Sommer stark aufheizen, kann daher die Anschaffung einer Klimaanlage sinnvoll sein. Wegen einer erhöhten Infektionsgefahr, sollten Sie sich vor dem Kauf jedoch von einem Lungenfacharzt beraten lassen.

3. Was tun bei Atemnot?

Wenn Ihnen an einem heißen Tag das Atmen schwer fällt, bewahren Sie Ruhe und atmen Sie tief und langsam in den Bauch ein. Ziehen Sie sich wenn möglich an einen kühleren oder klimatisierten Ort zurück und versuchen Sie mithilfe der Lippenbremse, die Atemnot in den Griff zu bekommen. Setzen Sie - nur wenn nötig - Ihr Notfallspray ein.

© Atemnot - Was tun?

4. Wohin wende ich mich im Notfall?

Auf die Möglichkeit, dass sich ihr Zustand nicht bessert, sollten sich Patienten mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen vorbereiten:

Gibt es eine Klinik in der Nähe, die Sie im Notfall kontaktieren können?

Samariterbund oder Rotes Kreuz bieten Senioren und Schwerkranken einen sogenannten Hausnotruf an. Mithilfe eines Senders, den man auch am Körper tragen kann, wird per Knopfdruck ein Signal an den nächsten Rettungsdienst gesendet.

Auch ein Notfallplan für Ersthelfer für den Fall, dass ein Patient sich nicht mehr selbst helfen kann, kann sinnvoll sein. Sprechen Sie Ihren Hausarzt auf diese Möglichkeit an!

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