Gefährliche Verbindungen

Stickstoffoxide – das sind gasförmige Verbindungen, die bei der Verbrennung in Automotoren entstehen. Wie gesundheitsgefährdend sind diese Reizstoffe aber für den Menschen? Wir haben alles Wissenswerte für Sie zusammengefasst.

Stickoxide: Wie die Abgase unserem Körper schaden

Was sind Stickoxide?

Stickoxide sind Verbindungen aus Stickstoff (N) und Sauerstoff (O). Diese beiden Elemente gehen verschiedene Verbindungen ein. Bei Verbrennungsprozessen im Motor entstehen sehr viele Varianten, sie werden zusammen gefasst unter dem Begriff Stickoxide (NOx). Eine sehr verbreitete Verbindung dabei ist Stickstoffdioxid (NO2).

Was macht Stickoxide gefährlich für den Menschen?

Stickoxide sind Reizstoffe. Sie wirken vor allem auf die Lunge und können Atemwegserkrankungen wie Asthma hervorrufen, indem sie für die Verengung von Bronchien sorgen. Vor allem Kinder und alte Menschen sind gefährdet. Sie können zudem die Allergie-Wirkung von Pollen verstärken. Außerdem erhöhen sie auch das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Im Fokus der Debatte steht oft Stickstoffdioxid (NO2), weil es als besonders gefährlich gilt. Es hat in hohen Konzentrationen einen chlorähnlichen stechenden Geruch. In niedrigen Konzentrationen (unter 40  Mikrogramm pro Kubikmeter) allerdings riecht man es kaum. Schon in niedrigen Konzentrationen kann es Kopfschmerzen und Schwindel auslösen, je nach Belastung der Luft kommen hinzu: Atemnot, Bronchitis, Atemwegsinfekte, Asthma, Lungenfunktionsminderung, Bronchitis, Augenreizungen. In sehr hohen Konzentrationen auch das gefährliche Lungenödem, bei dem sich Wasser in der Lunge sammelt (solche Konzentrationen werden in der Umwelt allerdings normalerweise nicht erreicht.)

Stickstoffdioxid reagiert außerdem mit dem Sauerstoff in der Luft und trägt so im Sommer zur Bildung von Ozon bei, welches wiederum die Atemwege reizt. Welche der vielen anderen Stickstoffverbindungen im Vergleich dazu wie schädlich ist, ist schwer herauszufinden, da in der Umwelt immer ein Gemisch vorliegt. Auswirkungen auf die Umwelt darüber hinaus: Stickoxide sind mitverantwortlich für die Bildung von Saurem Regen. Sie tragen zur allgemeinen Überdüngung von Gewässern und Umwelt bei.

Ab welchen Mengen oder welcher Dauer sind die Stickoxide gefährlich für den Menschen?

Die Grenzwerte für Stickoxide unterscheiden sich je nachdem, ob es um die Belastung am Arbeitsplatz geht oder in der Umwelt. Sie beziehen sich auf NO2, das als sog. "Marker" für das Stoffgemisch der Stickoxide gilt. Die Umweltgrenzwerte für die EU: Im Jahresdurchschnitt weniger als 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft; als kurzzeitiger Spitzenwert (Stundengrenzwert) dürfen 200 Mikrogramm erreicht werden.

Eine Überschreitung der Grenzwerte macht einen normal gesunden Erwachsenen nicht sofort krank. Aber diese Grenzwerte berücksichtigen, dass die Luft in der Umwelt auch besonders empfindliche Menschen (alte Menschen und Kinder) einatmen. Die Arbeitsplatzgrenzwerte in Deutschland liegen deutlich höher, und zwar bei 3.000 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Sterben Menschen durch Stickoxide?

Kein Arzt kann bei einem Menschen, der z.B. an einer Lungenerkrankung gestorben ist, feststellen, ob Stickoxide schuld waren oder etwas anderes. Aber Epidemiologen können aus den Zahlen von vielen Millionen Menschen und Erkrankten ausrechnen, ob komplizierte Lungenerkrankungen (und in der Folge auch Todesfälle) in Gegenden mit hoher Stickoxid-Belastung häufiger vorkommen als andernorts.

Wie hoch diese zusätzlichen Todesfälle sind, darüber streiten Wissenschaftler. Die Europäische Umweltagentur (eine Behörde der EU) nannte 2016 allerdings eine konkrete Zahl. Nach einer Studie von 2014 sterben in Deutschland jedes Jahr 10.400 Menschen durch Stickoxide. Das ist eine hohe Zahl. Allerdings sterben fast sechsmal so viele durch Feinstaub.

Quelle: www.br.de

 

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